Pressemitteilung vom 29.08.2013
Bündnis 90/Die Grünen besuchten die Gemeindewerke Bad Sassendorf

Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hatte zur Besichtigung der Gemeindewerke Bad Sassendorf eingeladen. Die knapp 20 Teilnehmer fanden sich am vergangenen Mittwoch dabei im Ratssaal der Gemeinde wieder, da die Gemeindewerke keine eigenen Räumlichkeiten haben. Dort gab ihnen der Geschäftsführer der Gemeindewerke, Herr Ricken, der auch gleichzeitig Kämmerer der Gemeinde ist, höflich und sachlich Auskunft zu den gestellten Fragen. In seiner Funktion als Geschäftsführer der Gemeindewerke geht Herr Ricken nur einer geringfügigen Beschäftigung nach.

Bei der Vorstellung der Gemeindewerke, deren Geschichte, und Ausblick in die Zukunft, gab es Gelegenheit Fragen zu stellen. Unter anderem waren die öffentlich ausgelegte Bilanz und die Planungen zum zukünftigen Wasserversorger Themen der Fragen.

Es wird wohl einige Jahre keine Gewinne aus den Gemeindewerken geben so Herr Ricken. Laut Bilanzbericht rechnen die Gemeindewerke erst in 2016 mit einer schwarzen Null. Ungeklärt blieb dabei allerdings, wie sich die ertragslosen Jahre auf den prognostizierten jährlichen Gewinn von 400.000 € über 20 Jahre für Strom- (245.000 €) und Wassernetzbetrieb (155.000 €) auswirken und wie dieses wieder aufgeholt werden kann.

Diese Gewinne sieht der Geschäftführer der Gemeindewerke übrigens nicht als Kosten für die Bürger. Die Bürger müssen das so oder so zahlen, so Herr Ricken. Solche Zusammenhänge gelten allerdings nicht für die eigenen kommunalen Firmen, hier geht es um Kostenersparnis. So sieht er auch keine Interessenskollision darin, dass die Gemeinde sich selbst, mit ihrer eigenen Firma, zu niedrigeren Preisen als für die Bürger, mit Strom und Wasser versorgt bzw. versorgen wird, ebenso wie die anderen gemeindeeigenen Firmen. Wobei die Preise und die Preisfindung für die Bürger nicht transparent gemacht werden.

Beim möglichen zukünftigen Wasserversorger konzentrierten sich die Fragen auf die Lieferung durch die Wasserversorgung Beckum. So erfuhren die Teilnehmer, dass ein erdbedeckter Behälter für 3.000 m3 zwischen der Kummerwie und Heppen geplant ist, und dass von dort die Gemeinde mit Wasser versorgt werden kann, ohne dass sich die Fließrichtung umkehren soll. Des weiteren wurde deutlich, dass die Wasserwerke Beckum, die anders als das Lörmecke Wasserwerk, keine freien Kapazitäten in Höhe des zu erwartenden Wasservolumens von ca. 600.000 m3 zur Verfügung haben, so dass sie dieses zukaufen müssen. Aber ob es soweit kommt hängt von einer Wirtschaftlichkeitsberechnung ab, deren Ergebnis noch aussteht.

Weitere Themen waren Versorgungssicherheit, die Betreuung der Kunden und die Herkunft von Strom und Gas. Zusammenfassend wurde deutlich, dass die Gemeindewerke Bad Sassendorf wohl nur eine Briefkastenfirma der Stadtwerke Lippstadt sind, eben ohne eigene Räumlichkeiten und mit einem geringfügig beschäftigten Geschäftsführer. Im Übrigen besitzen sie einen Anteil von 30% an den Gemeindewerken und entsprechend bekommen sie auch 30% des Gewinns.