Pressemitteilung vom 30. 09. 2013
Sorgenkind Gemeindewerke

Der Ortsverband von Bündnis 90/DIE GRÜNEN hat in den letzten Wochen die möglichen Wasserlieferanten der Gemeindewerke besucht. Die Gelegenheit an diesen öffentlichen Terminen teilzunehmen nutzten auch Vertreter der Initiative Bürgerwasser, einige Bürger und auch Ratsmitglieder.

Als Resume der Besuche der möglichen Wasserlieferanten bleibt festzuhalten, dass die Gemeinde und die von ihr neu gegründeten Gemeindewerke ohne große Erfahrung was Versorgungsgeschäft ist, in das selbige eingestiegen sind. Das zeigt sich unter anderem schon bei der Kostenschätzung zum Bürgerbegehren. Darin wird ein Gewinn von jährlich 155.000 € aus dem Netzbetrieb für Wasser über 20 Jahre hinweg vorgerechnet. Übereinstimmend war von den möglichen Wasserlieferanten zu hören, dass es voraussichtlich 4 5 Jahre dauert bis die Netzübernahme vollzogen sei. Entsprechend kann es in diesem Zeitraum auch nicht die behaupteten Einnahmen geben. So war die Kostenschätzung Makulatur und die nicht richtige Wiedergabe beim Bürgerbegehren nur Vorwand zum Aushebeln des Bürgerbegehrens. Der Eindruck entsteht, dass der Bürgermeister und die Mehrheit des Gemeinderates den Versprechungen der Beratungsunternehmen zu sehr vertraut haben.

Die Stadtwerke Soest wollen, unter den derzeitigen Bedingungen so ihre Aussage, kein Wasserlieferant der Gemeindewerke werden. Das harte Wasser des Lörmecke Wasserwerkes ist in Bad Sassendorf von der überwiegenden Mehrheit der Bürger nicht gewollt. Die ganze Planung allerdings, von der Gründung der Gemeindewerke über deren erwarteten Gewinn bis hin zu der Wasserlieferung der 100%igen Kreistochter, beruht aber auf diesem Zusammenspiel. Ob Beckum Wasserlieferant werden kann, hängt vom Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsberechnung ab und davon, ob Beckum überhaupt Wasser zur Verfügung steht. Wer letztendlich Wasserlieferant wird, so die Auskunft von den Geschäftsführern der Gemeindewerke und den Stadtwerken Lippstadt, wird erst nach dem Abschluss des Netzkaufes entschieden. Das Ganze wird dazu auch durch den Gemeinderat gehen. So werden bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr die Ratsmitglieder gewählt, die über den Wasserlieferanten entscheiden.

Was aber passiert, wenn Soest nicht will, Lörmecke nicht gewollt wird, und Beckum nicht kann oder zu teuer ist? Dann könnte eine Situation entstehen, bei der die Konzession wieder an die Gemeinde zurückgeht. Noch ist es nicht so weit, auch wenn Herr Müller von den Stadtwerken Lippstadt die Gemeindewerke als Sorgenkind der Beteiligungen der Stadtwerke Lippstadt sieht.