Pressemitteilung vom 12.05.2014
Welche Landwirtschaft wollen wir zukünftig?

Ortsverband der Grünen bot Gelegenheit zum Austausch zwischen Naturschützern und Landwirten

Die Veranstaltung Natur in Not, welche Landwirtschaft wollen wir uns leisten, zum Thema Landwirtschaft und deren Auswirkung auf die Natur, lockte trotz regnerischem Wetters am vergangenen Freitag rund 40 Bürgerinnen und Bürger in das Mehrgenerationenhaus in Bad Sassendorf.

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik durch den Bürgermeisterkandidaten der Grünen Karl Rusche, erläuterten die beiden Referenten in ihren Beiträgen welche Entwicklungen und Probleme durch die intensive Landnutzung und die Lenkungswirkungen von Subventionen derzeit beobachtet werden. Norwich Rüße, agrar- und umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag von NRW und Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Umweltverbands NABU in NRW konnten eindrucksvoll darstellen, welche Auswirkungen etwa die Konzentration von Maisanbau und das Verschwinden von Grünland in NRW haben. Viele Vogel- aber auch Insektenarten sind auf eine strukturreiche Landschaft angewiesen. Der immer mehr zunehmende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, wie etwa dem Totalherbizid Glyphosat als Ersatz eines ackerbaulichen Bearbeitungsschrittes, wurde einhellig kritisiert.

Die massiven Beeinträchtigungen für viele Lebewesen, beispielsweise Insekten auf und im Boden aber auch für das Grundwasser müssen zukünftig stärker bei der Zuweisung von Agrarsubventionen berücksichtigt werden. Durch eine breite Lobbyarbeit der Bauernverbände auf EU-Ebene wurde zuletzt eine Chance zur Verbesserung der Situation der Natur bei Verhandlungen über die kommende Förderperiode unnötig vertan.

In der abschließenden Diskussion des Vortragsabends entstand ein lebendiger Meinungsaustausch. Dabei wurde deutlich, dass der Weg zum Erhalt einer artenreichen Landschaft nur durch gegenseitige Akzeptanz und Anerkenntnis der Belange von Naturschutz und Landwirtschaft gefunden werden kann. Ob zukünftig weiterhin flächenbezogene Prämien an Landwirte gezahlt werden sollen, oder besser deren Leistungen an den erfolgreichen Erhalt von Lebensräumen mit den dafür typischen Arten geknüpft werden sollen, wird auch durch den Ausgang der Europawahl am 25. Mai bestimmt.

Deutlich wurde an diesem Abend aber auch, dass dem Flächenverbrauch endlich Einhalt geboten werden muss und dass die Kommunen vor Ort entsprechend Verantwortung übernehmen und entsprechend handeln müssen..