Pressemitteilung vom 05.05.2014
Kapazitätsgrenze bald erreicht

Der Ortsverband der Grünen hatte zum Besuch der Sassendorfer Kläranlage eingeladen. Der Lippeverband hatte nur einen Termin um 13:00 Uhr ermöglicht. Trotz dieses ungünstigen Zeitpunktes, konnte der Vorsitzende der Grünen, Karl Rusche, zehn interessierte Personen begrüßen.

Herr Marschewski, der Abwassermeister der Soester Kläranlage, der auch für die Anlage in Bad Sassendorf zuständig ist, führte die Besucher über das Betriebsgelände der Anlage die der Lippeverband betreibt.

So wurden die drei Behandlungsstufen der Kläranlage von ihm ausführlich erläutert. Als erstes erfolgt die mechanische Behandlung des Abwassers, danach die biologische und abschließend eine Ozonbehandlung in einer Pilotanlage, die viele Substanzen wie z.B. auch Medikamentenrückstände zerlegt. Es könnte ein höherer Wirkungsgrad der Reinigung erreicht werden, aber der würde im Verhältnis zum Aufwand zu teuer sein. Die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben werden eingehalten so Herr Marschewiki. In den letzten Jahren hat sich die Struktur des Anfallens der Wassermenge verändert. Heute sind Regenfälle, die eben auch in der Kläranlage ankommen, zwar in der Menge vergleichbar, aber heute sind die Regenereignisse eher weniger, dann aber größer, was auf einen Wandel des Klimas hindeutet. Veränderungen hat es aber auch in anderen Bereichen gegeben. So gab es noch vor gut zehn Jahren 2,5 Arbeitsstellen hier in der Kläranlage, heute ist es noch eine 0,2 Arbeitsstelle.

Bei einem Besuch einer Kläranlage wird deutlich, dass nichts verloren geht, - alles kommt eben auch hier an. So kommen heute viel komplexere Substanzen-, Chemikaliengemische in der Anlage an, als zu dem Zeitpunkt der Erbauung. Über die Wechselwirkungen dieser Substanzen untereinander und die möglichen hormonähnlichen Auswirkungen auf Lebewesen die im weiteren Verlauf der Rosenau vorkommen, ist eher wenig bekannt. Sicher scheint aber zu sein, dass von solchen Effekten ausgegangen wird, da Wirksubstanzen ja vorhanden sind.

Etliche Fragen konnte Herr Marschewski beantworten, bei einigen hat er lieber auf die Pressestelle des Lippeverbandes verwiesen.

Die Anlage ist über zwanzig Jahre alt und hat eine robuste Technik, deshalb laufe sie auch recht störungsfrei. So treten durchschnittlich im Monat 3-4 Störungen auf. Deutlich wurde aber auch, dass die Anlage nah an ihrer Kapazitätsgrenze ist. Da in den letzten 20 Jahren viele neue Gebäude entstanden sind, mit den entsprechenden Einleitungen, wird bei gleich bleibender Bautätigkeit beizeiten die Kläranlage erweitert oder vielleicht sogar erneuert werden müssen, um wieder dem Stand der Technik auch in Bad Sassendorf zu entsprechen.