Pressemitteilung vom 08.07.2014
Politik versäumt zukunftorientiertes Handeln beim geplanten Frackinggesetz

Pünktlich in der heißen Phase der Fußballweltmeisterschaft haben die Bundesminister für Wirtschaft und Umwelt (beide SPD) ihre Vorstellungen zum Umgang mit der umstrittenen Frackingtechnologie vorgestellt. Dabei wird ein Verbot des Frackens für Schiefergestein oberhalb von 3000 Metern dargestellt. Auch wiederholt sich in den Medien die verschleiernde Sprachregelung, dass mit Wasser, Druck, Sand und Chemikalien Gestein aufgeschlossen wird.

Wenn 3.000 Meter Deckgebirge angehoben werden soll, um Sand in die Risse zu bekommen, ist das bei einer Breitenwirkung von 300 Metern um das Bohrloch herum wohl kaum mit Wasserdruck möglich.

In größeren Tiefen und anderen Gesteinen soll Fracking, natürlich umweltverträglich, zugelassen sein. Diese Regelung untergräbt die fundamentalen Interessen der Bevölkerung und der Natur und ist unglaubwürdig.

Die eingesetzten Chemikalien sollen im Wesentlichen zwei Dinge leisten. Zum einen sollen sie einen Biofilm, der die Leitungen und Rohre verstopfen könnte verhindern und zum anderen den Sand, der dem Wasser beigemengt wird, im Wasser schweben lassen. Wer einmal Sand in Wasser gegeben hat, wird feststellen, dass er sofort auf den Grund sinkt. Sand soll aber die Wege des ausströmenden Gases offen halten. Den Sand kann man nur im Wasser schwebend mit hohem Druck in die bei den Sprengungen entstehenden Risse bekommen.

Diese Funktion haben die Chemikalien natürlich auch bei Bohrungen unterhalb von 3.000 Metern. Die Bohrungen müssen auch durch die gleichen grundwasserführenden Schichten. Es gehen also die gleichen Gefahren von Bohrungen aus, egal ob sie nun 3.000 Meter tief sind oder weniger. Die Gefahren verringern sich auch nicht durch ein anderes Gesteinsziel wie Schiefer oder Sandstein .

Wissenschaftliche Untersuchungen sind natürlich erlaubt. Umweltverträglich sollen sie selbstverständlich auch sein. Wie wissenschaftliche Sonderregelungen aussehen können, hat die Weltöffentlichkeit bei den wissenschaftlichen Walfängen der Japaner erlebt. Eine solche Sonderregelung ist nun auch beim Fracking vorgesehen.

Wann die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Menschen und Natur immer Wasser zum Leben benötigen, ankommen wird, ist zur Zeit nicht zu erkennen. Auch die Endlichkeit von fossilen Energien müsste Erkenntnisse nach sich ziehen. Die prognostizierten 13 Jahre Gasversorgung werden die Notwendigkeit einer Lösung der Energiefrage nicht entscheidend verzögern und sind auch keine Antwort darauf. Der Flächenverbrauch bei der Nutzung der Frackingtechnologie sollte auch Beachtung finden. Denn die Flächen liegen nicht im urbanen Raum, sondern Ackerböden werden dafür verschwinden und gehen der Nahrungsmittelproduktion verloren.

Die Politik versäumt auch in diesem Fall die Rahmenbedingungen für zukunftsorientiertes Handeln festzulegen, dabei wäre genau dies ihre Aufgabe.