Pressemitteilung vom 26. 08. 2014
Investor will mit dem Kopf durch die Wand
Pressemitteilung zu der von dem Investor Dieter Schädel geplanten Bebauung des Lohofgeländes in Bad Sassendorf

Die Botschaften, die der Investor Dieter Schädel am vergangenen Samstag, den 23.08.2014 mit dem Artikel Investor will Klinik bauen im Soester Anzeiger sendet, sind vielfältig und an verschiedene Adressaten gerichtet.

Es wird im Artikel deutlich, dass der neue Besitzer des Lohofgeländes den 40 Jahre alten Bebauungsplan für die Einladung zu seiner Investorentätigkeit versteht. Der vom Amtsgericht beauftragte Gutachter, Jürgen Cramer, der für die Zwangsversteigerung den Wert des Anwesens in seinem Gutachten vom 11.10. 2013 ermittelt hat, kommt auf Seite 9 seines Gutachtens zu dem Schluss: Zitat: Der Bebauungsplan aus dem Jahre 1975, der auf eine bauliche Nutzung als Kurklinik zielt, ist für die derzeitige und zukünftige Nutzung des Bewertungsgrundstücks nicht mehr relevant.

Die beiden Auffassungen widersprechen sich. Stimmt die Auffassung des Investors, hat der öffentlich bestellte Gutachter den Wert des Anwesens fehlerhaft ermittelt. Stimmt die Auffassung des Gutachters, ist eine Bebauung mit einer Klinik nicht mehr relevant.

Fraglich bleibt, wie sich eine Kurklinik mit angeschlossener Reha- Abteilung in der jetzigen Zeit wirtschaftlich tragen soll. In Bad Westernkotten wurde gerade eine große Klinik abgerissen. Das Beispiel City-Center in Soest (vom Investor Schädel gebaut) macht deutlich, dass die wirtschaftlichen Prognosen nicht unbedingt eintreffen müssen. Bei der realisierten Architektur des von Herrn Schädel geführten Unternehmens Projekt- Plan- Gesellschaft ist ein feines Händchen nun wirklich nicht zu erkennen.

Sein Verständnis bezüglich des Denkmalschutzes in Sachen Lohof ist wohl auch von Abbruch geprägt. Entstehen soll wohl eine Investorenarchitektur, so wie sie in Bad Sassendorf schon zu finden ist. Das dürfte dann ein weiterer Schandfleck in Bad Sassendorf werden, wie es schon einige auch in Form von Großbauten gibt.

Seine Haltung zum Umgang mit der Bevölkerung, die aus dem Artikel hervorgeht, ist geprägt von Missachtung, so wie er alle Bedenken zur Bebauung der Streuobstwiese wegwischt.

Würde die Gemeinde ihr gesetzlich eingeräumtes Vorkaufsrecht nutzen und das Anwesen erweben, würde sie vermutlich auch eine Vermarktung, (Bebauung) realisieren wollen.

Der letzte noch naturnahe Bereich Bad Sassendorfs wird wohl nur mit Hilfe der Bevölkerung zu erhalten sein. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wird sich für den Erhalt des Kulturgutes und den letzten naturnahen Landschaftsbestandteil im Zentralort einsetzen.