Pressemitteilung vom 11.09.2014
Katze aus dem Sack gelassen?

Der neue Bad Sassendorfer Bürgermeister hat mit dem Investor verhandelt und ein Ergebnis für das Lohofareal in Bad Sassendorf erzielt, das er für eine gute Lösung hält. Die Sache mit der Kurklinik ist jetzt vom Tisch. Wer sollte die Sache mit der Klinik eigentlich glauben? Jetzt soll es Wohnbebauung sein, was auch sonst. Die Nummer diente wohl eher der Vorspiegelung eines Verhandlungsprozesses mit einem entsprechend tollem Ergebnis.

Wie sieht das Ergebnis bei näherer Betrachtung aus? Die Flächen der Steuobstwiese und des Waldes sollen nicht bebaut werden. Beide Flächen stehen im Biotopkataster NRW und daher ist es offensichtlich, dass diese Flächen nicht zur Bebauung zur Verfügung stehen. Die Streuobstwiese ist nicht einmal im Besitz des Investors.

Dazu kommt das Artenschutz-Gutachten als Geschenk an die Gemeinde. Bei der Neuaufstellung eines Bebauungsplanes muss eine artenschutzrechtliche Prüfung erfolgen. Das ist kein Vorschlag sondern rechtlich geregelt. Dieses Geschenk dient parallel dem Investor zur Senkung der Planungskosten. Die Gemeinde vergibt nun das Gutachten, das der Investor bezahlt, gleichzeitig wird sie vom Investor an der Verwertung des Lohofareals beteiligt. Interessenskollisionen sind da zu erwarten.

In Sachen Denkmalschutz soll nun das Wohngebäude erhalten bleiben. Die Gemeinde steht hier wohl nicht hinter dem Antrag des Denkmalbeauftragten. Der regt an, das gesamte Gebäudeensemble mit dazugehörigem Garten/Park zu schützen. Da die Gemeinde Wohnbebauung als Verhandlungsergebnis vorstellt, unterstützt sie folgerichtig die Ziele des Denkmalschutzes nicht. Was nützt es da, das Wohnhaus zu erhalten und den gesamten Zusammenhang, in dem es konzipiert war zu zerstören. Die Gemeinde zeigt mit der ausgehandelten Lösung, dass sie solche Belange wie Denkmalschutz als nachrangig betrachtet. Seitens des neuen Bürgermeisters wird ein Weg beschritten, der einer genaueren Betrachtung bedarf. Es ist schon verwunderlich, dass er aus der nicht öffentlichen Ältestenratsitzung in der Zeitung Inhalte wiedergibt, die den Eindruck erwecken, dass für alle Beteiligten nun eine gute Lösung gefunden wurde. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen war jedenfalls über die nun vorgestellten Pläne des Investors keinesfalls erleichtert. Es ist egal ob der gleichermaßen für Natur und Denkmalschutz besondere Wert des Lohofareals durch Klinikbauten oder Wohnbebauung zerstört wird. Diese Pläne stehen den Bestrebungen der Sassendorfer Grünen das Lohofareal zu erhalten diametral entgegen.

Die Ausweitung von Bebauung in Richtung Soest ist wohl eines der verborgenen tatsächlichen Ziele, die hier verfolgt werden. In erschreckender Tradition wird auch unter dem neuen Bürgermeister die städtebauliche Entwicklung Bad Sassendorfs von Investoren gesteuert.