Leserbrief
Niederschlagswasserversickerung bald erlaubt?

Aus dem Artikel vom 21. November Was es kostet wenn es regnet geht hervor, dass wohl ein Umdenken in der Praxis der Niederschlagswasserversickerung bei CDU und FDP in Bad Sassendorf stattfindet.

Anlass der Beschäftigung mit dem Thema ist die Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes, deren letzte Fortschreibung 2006 erfolgte. In 2009 wurde die Niederschlagswassergebühr eingeführt. Parallel dazu hat sich der größte Einleiter aus der Gemeinschaft der Gebührenzahler verabschiedet (ca. 20% des Schmutzwasseraufkommens). Die Gemeinde hat grundsätzlich verboten Niederschlagswasser zu versickern (Gebäude vor 1996). Sie hat intendiert ermessen, dieses wird im Zusammenhang mit der Niederschlagswasserversickerung vom Oberverwaltungsgericht Münster so interpretiert, dass die Kommune ohne Angabe von Gründen die Versickerung grundsätzlich verbieten kann. Bei Ausnahmen von dieser Regel muss es für jeden Einzelfall eine fachliche Begründung geben.

Die bisherige knallharte Handhabung (grundsätzliches Verbot) mussten einige Bürger am eigenen Fall mit hohen Kosten erleben. Es wurde gerichtlich gegen auch noch so gut begründete Anträge vorgegangen, auch dann, wenn ein Bodengutachten die allgemeinwohlverträgliche Versickerung bestätigte.

Die Darstellung des Bürgermeisters (kein grundsätzliches Verbot) in der Sitzung am 19. November entspricht so nicht den Tatsachen. Es ist aber sehr begrüßenswert, wenn sich diese Praxis ändert und Anträge in Zukunft so gehandhabt werden, wie es zum Beispiel in Soest geschieht. Dort beantragt man die Versickerung, und bei Einreichung eines Umsetzungsplanes wird die Sache genehmigt. Diese Lösung, wenn es denn dazu kommt, hätte einigen Bürgern viel Ärger und Geld gespart. Aber lieber spät als nie. Ziel des Abwasserbeseitigungskonzeptes müsste es sein, einen Regenwasserkanal erst gar nicht bauen und betreiben zu müssen.

Damit würde sowohl der Grundwasserhaushalt stabilisiert, die Hochwassergefahr reduziert, die Baukosten reduziert (öffentliches Abwassernetz), als auch der eigene Geldbeutel von den Ewigkeitskosten der entsprechenden Gebühr befreit. Dem entsprechend sollten auch zukünftige Bauplanungen die Flächen in einem angemessenen Verhältnis zur Grundstücksgröße stehen.