Pressemitteilung
Mit dem Lohof geht ein Teil der Geschichte des Ortes verloren

Aus der Zeitung erfährt die Fraktion der Grünen, dass die Abriss- und Fällarbeiten auf dem Lohofgelände mit den Behörden abgestimmt seien und alles im Sinne des Investors geregelt ist.

Bei der Informationsveranstaltung der Grünen am 12. Februar hatte der Denkmalbeauftragte der Gemeinde, Herr Simons von Bockum-Dollfs darauf aufmerksam gemacht, dass die Flurstücke des Lohofareals von der Gemeinde unter vorläufigen Denkmalschutz gestellt seien und damit sei alles unter Denkmalschutz gestellt. Der Jurist erklärte, der Tenor sei entscheidend. Dies widerspricht der Auffassung der Gemeinde, die der neue Bürgermeister vorgetragen hatte.

Nach Aufklärung dieses Sachverhaltwiderspruchs hatte der Fraktionsvorsitzende der Grünen am nächsten Morgen ganz offiziell beim Bürgermeister nachgefragt. Keine Antwort, statt dessen erfährt man aus der Presse, dass der Abriss nun in trockenen Tüchern sei. Zu viel Transparenz darf man halt als Ratsmitglied von der Verwaltung nicht erwarten.

Die Abstimmung mit der uLB des Kreises Soest sah bei den schon vor dem 24. Januar gefällten Gehölzen so aus, dass laut Gemeinde der Investor und sein Umweltbüro dies mit der uLB abgestimmt haben. Komisch nur, dass die uLB am 27. Januar also mindesten 3 Tage nach der Fällung vom Umfang der beabsichtigten Fällungen keine Ahnung hatte. Auch blieb die Frage an den Bürgermeister unbeantwortet, ob die Fällung von unter Denkmalschutz stehenden Gehölzen wie Buchsbaum, Eiben oder Rhododendron Auswirkungen bzw. Folgen nach sich zögen.

Der neue Bürgermeister hat sich gut in die Verhältnisse Bad Sassendorfs eingefunden. Er kann nicht anders als ortsbildprägende Bäume am Hof Haulle auf Grund eines Pilzes fällen zu lassen, auch wenn der Pilz nicht nachweisbar ist. Der Lohof kann auf einmal bebaut werden, obwohl die Verwaltung dies über viele Jahre hinweg gegenüber der alten Eigentümerin als unmöglich dargestellt hat und das auch noch wenige Wochen vor dem Besitzerwechsel.

Zusammenhänge mit dem Erwerben durch einen Soester Investor bei der Veränderung der Haltung der Verwaltung sind rein zufällig, wie auch die Annahne des Gutachters, der für das Amtsgericht im Rahmen des Zwangsversteigerungsverfahrens den Wert des Lohofes innerhalb eines Jahres von 1,6 Mio. € auf 0,28 Mio. € taxierte und dies mit der Nichtbebaubarkeit des Lohofes begründet hat. Kann einem da was anderes einfallen als dass da von vielen Seiten jemand ordentlich über den Tisch gezogen worden ist?

Die Transformation zu einem gesichtslosen Haufen von Investorenbebauung mit Benennung Bad Sassendorf wird weiter vorangetrieben.