Leserbrief
Abbruchgenehmigung vom 5.12.2014 rechtmäßig?

Die Berichterstattung zur Denkmalschutzberatung in der HFA Sitzung vom 17. Juni 2015 zum Lohof berücksichtigte nicht alle Aspekte.

So wurde u.a. nicht dargestellt, dass die am 05.12.2014 erteilte Abbruchgenehmigung, trotz des Verweigerns des Einvernehmens der Gemeinde von der Bauaufsicht des Kreises erteilt worden ist. Auf die bezieht sich aber der Investor und möchte sie gerne umsetzen.

Der Investor hat über ein Soester Architekturbüro den Abbruch beantragen lassen. Am 14 November 2014 ging der Antrag bei der Bauaufsicht ein. Am gleichen Tag wurde die Gemeinde nach 72 Abs. 2 BauO NRW i.V.M. 36 Abs. 2 BauGB nach der Erteilung bzw. Verweigerung des Einvernehmens mit dem Abbruch gefragt. Dazu wurde eine Zweimonats-Frist genannt, nach der bei Nichtversagen das Einvernehmen als erteilt gilt.

Die Gemeinde verweigerte das Einvernehmen am 01.12.2014 (Artenschutz- u. Denkmalschutzgründe). Sie könne die Situation nicht beurteilen, da das Gelände nicht betreten werden könne. Die Abbruchgenehmigung wurde trotzdem am 05.12.2014 erteilt. Die Frist lief noch ca. sechs Wochen beim Eintreffen des Schreibens der Gemeinde.

Ein Teil der Abbruchbeantragung sind auch Artenschutzprüfbögen, die vom Antragsteller und der Genehmigungsbehörde ausgefüllt werden müssen. Das Architekturbüro reichte diese am 02.12.2014 bei der Bauaufsicht ein. Die alte Eigentümerin duldete kein Betreten des Geländes, egal von wem. Wie aber will das Architekturbüro die Artenschutzsituation beurteilt haben, von der es erklärt, dass die hierzu gemachten Angaben vollständig und richtig sind, wenn sie das Gelände nicht betreten konnten?

Der Investor hatte in einem Schreiben angegeben, dass ein Teil des Wirtschaftsgebäudes lebensbedrohend verseucht sei. Das Gutachten, das dies begründen sollte, kam allerdings zu der Auffassung, dass aus umwelthygienischer Sicht keine relevanten Gehalte an Metallen, PCP, DDT, Lindan festgestellt wurden.

In einem anderen Schreiben an den Landschaftsverband Westfalen Lippe stellte der Investor dar, dass die vom LWL von denkmalfachlichem Interesse eingestuften Pappeln am Lohof total verfault, morsch und trocken seien und das es auch seit Jahren keinen Blattaustrieb mehr gegeben habe. Die grünen Bäume strafen diese Aussage lügen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum der Kreis die Absperrung wegen Einsturzgefahr zum Zeitpunkt der Beratungen in Sachen Denkmalschutz im HFA anordnet. Einsturzgefahr war kein Problem am Tag der offenen Tür am 14.02.2015 und auch die Arbeiter konnten alles aufräumen. Diese Sachverhalte könnten für die Bürgerinnen und Bürger Bad Sassendorfs interessant sein. Die ungekürzte Fassung dieses Leserbriefes finden Sie unter www.gruene-bad-sassendorf.de