Pressemitteilung
Lohof- Artenschutz Prüfung?

Was ist alles möglich während einer artenschutzrechtlichen Prüfung? Diese Frage wird am Beispiel des Lohofes für alle sichtbar beantwortet, so die Auffassung der Grünen in Bad Sassendorf.

Seit Januar 2015 läuft die artenschutzrechtliche Prüfung auf dem Lohofgelände. Von ihrem Ergebnis wird auch die Nutzung des Areals mit abhängig sein. Der Bürgermeister versicherte zu Beginn der Erhebungen, dass auf dem Lohof nichts passieren werde, bis die Prüfung abgeschlossen sei. Die Gemeinde hat zwar die artenschutzrechtliche Prüfung beauftragt, aber der Investor Schädel bezahlt sie und räumt der Gemeinde bestimmte Vergaberechte von Teilen der geplanten Wohneinheiten ein.

Noch ist nicht bekannt welche Ergebnisse die Erhebung und die anschließende Bewertung zu Tage fördert. Jedoch gibt es schon einige Hinweise dazu, was alles vom Gutachtenbüro Stelzig, das diese Erhebung durchführt und der unteren Landschaftsbehörde (uLB) für unbedenklich gehalten wird.

So liegen den Grünen die Stellungnahmen des Büro Stelzig vom 03.02.2015 und das Protokoll der Begehung vom 14.01.2015 vor. Darauf basierend kommt die uLB am 02.03.2015 zu dem Schluss, Zitat: ... Demnach können die Gebäude planungsrelevanten Arten nur in Ausnahmefällen als Lebensstätte dienen. Die Begründung, dass ansonsten aktuelle Spuren von (Nestern, Kotspuren, Gewölle, etc.) zu finden wären bzw. die Gebäude keine Eignung für Fledermausquartiere aufweisen ist plausibel und kann ich folgen. ... (B. Griesenbrock uLB)

So können ohne einen Einfluss auf die Erhebung zu haben alle Nebengebäude abgerissen werden, in den verbleibenden Gebäude Aufräumarbeiten durchgeführt werden, die Gehölze gefällt und gehäckselt werden auch während der Brutzeit und auch alle Freiflächen mit schwerem Gerät während der Brutzeit gefräst und gemulcht werden.

Was aber bleibt noch übrig, wo eine Erfassung stattfinden kann? Wenn das alles während der artenschutzrechtlichen Prüfung möglich ist, dann weiß man warum alle Bemühungen zum Erhalt der Artenvielfalt vollkommen ins Leere laufen müssen. Dank der Bewertungen von Gutachtenbüro und unterer Landschaftsbehörde des Kreises Soest wird die artenschutzrechtliche Prüfung zu einer Luftnummer. Bleibt die Frage, wie es zu solchen Einschätzungen und Bewertungen kommt. Die Bauaufsicht des Kreises Soest (Frau Gieschen) erteilte trotz Versagen des Einvernehmens der Gemeinde am 05.12.2014 eine Abbruchgenehmigung für alle Nebengebäude des Lohofes. so Karl Rusche, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Wie die Lebensstätten und Lebensräume von bodennah brütenden Vögeln wie Zaunkönig, Rotkehlchen, Dorngrasmücke etc. gesichert werden, während z. B. der Fräsarbeiten in der Brutzeit bei der laufenden Prüfung, möchte die uLB nicht beantworten. Immerhin hat sie seit Dezember genaue Angaben zum dort vorkommenden Artenpotenzial (Gutachten der Grünen). Das Ergebnis der artenschutzrechtlichen Prüfung wird zeigen in wie weit was Berücksichtigung gefunden hat und wie gutsichtig oder blind das Büro Stelzig agiert hat.