Leserbrief vom 24.7.2015
Lohof – Eine unglaubliche Geschichte geht weiter.

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Die Fakten sind eindeutig und erdrückend. Die Natur auf großen Teilen des Grundstücks ist zerstört. Die Gemeinde und alle übrigen Fraktionen versuchen ihre Hände in Unschuld zu waschen. Jetzt stehen sie vor dem Scherbenhaufen mit den Worten: "wir konnten ja nichts machen." Diese Entwicklung war aber abzusehen! Die Ziele des Investor waren längst hinreichend bekannt. Immer stand die Gemeinde dem Investor diesem als Partner gegenüber. Eine Baugenehmigung war der Vorbesitzerin jahrelang verwehrt worden, dem Investor ist dies noch vor dem Kauf offenkundig zugesagt worden. Warum wurde zum Wohle der Gemeinde nie mit gebotener kritischer Zurückhaltung agiert, sondern quasi der rote Teppich ausgerollt ? Nun liest man Sätze wie: "Wenn sich ein Vertragspartner nicht an die Regeln hält". Ja was glauben die denn, was passiert, wenn man mit einer „Heuschrecke“ einen Vertrag macht? Dass Absprachen helfen, wo einzig Profitgier dominiert ?

Was bei den nun angekündigten „worst case“ Ausgleichsmassnahmen, herauskommen wird herauskommt, wird man noch sehen aber man sollte nicht zu viel erwarten. Der für die Allgemeinheit entstandene Schaden ist offenkundig nicht einfach ausgleichbar. Mein Vertrauen in Verhandlungsstärke und Durchsetzungswille der Gemeinde gegenüber dem Investor hat in der letzten Zeit nochmals stark nachgelassen. "Insofern sehe auch ich einer Bußgeldandrohung gelassen entgegen." heisst es da in einem Leserbrief von Herrn Schädel. Ob es hier nur um eine Ordnungswidrigkeit geht oder vielleicht gar doch um eine Straftat müssen andere beurteilen. In meinen Ohren klingt es, so oder so, wie: "Ich mache meine eigenen Gesetze und zur Not zahle ich ein paar Euros".

Seit dem Verkauf des Lohofs wird jeder Vorstoß unserer Fraktion, dem Investor Einhalt zu gebieten von den Behörden und den anderen Fraktionen blockiert. z.B. Denkmalschutz, Naturschutz, Vorkaufsrecht der Gemeinde, Vorkaufsrecht zugunsten Dritter (BauGB §27a(1)). Denkmalschutz haben wir für Teile der Gebäude erreicht. Das ist aber nur ein sehr kleiner Teilerfolg. Der Naturschutz scheint, bei Aussicht auf Profiten, mal wieder unter die Räder oder wie hier unter die Fräse zu geraten. Ein Vorkaufsrecht der Gemeinde war angeblich zu teuer, wobei mit frei erfundenen Zahlen argumentiert wurde. Ein Vorkaufsrecht zugunsten Dritter wird in Bad Sassendorfer im Rat einfach mal für illegal erklärt.

Konnte wirklich nichts unternommen werden, um das Fiasko zu verhindern ? Kann in der Zukunft noch etwas gemacht werden, oder ist jetzt für den Lohof Naturschutz passe ? Wir werden uns auf jeden Fall weiterhin für einen Erhalt der noch verbliebenen Ressourcen einsetzen, um der Gemeinde noch möglichst viel Naturfläche zu sichern.

Für Naturschutz und Denkmalschutz.