Pressemitteilung
 
Baumfällungen auf dem Lohofgelände

Die Pappeln am Spreitweg sind nun Geschichte und damit geht nicht nur ein prägendes Landschaftselement des Ortes verloren, sondern auch wertvoller Lebensraum. Die auf dem Lohof vorkommenden Fransen- und Rauhautfledermäuse sind üblicherweise Baumbewohner und kommen mit ziemlicher Sicherheit im umgebenden Baumbestand vor und nutzen diesen als Quartiere. Die nun durchgeführten Fällungen sind womöglich ein schwerer Umweltschaden, nicht nur durch diesen rabiaten Eingriff in die Flugroute der Fledermäuse.

Die Verwaltung informiert offensichtlich zuerst die Presse, bevor sie die im Rat vertretenen Fraktionen informiert, da die Ankündigung der Fällung erst dann versendet wurde, als die Bäume schon gefällt waren und es schon abends im Anzeiger online stand. Diese Art der Transparenz in Sachen Lohof ist schon seit dem Besitzerwechsel zu erleben.

In den am Dienstag zu beratenden Bebauungsplänen wird eine massive Bebauung des Lohofes vorgestellt. Von Seiten der Verwaltung wird in den Sitzungsunterlagen vorgerechnet, wie "wenig" Bebauung eigentlich dort realisiert werden soll (18.154 qm Geschossfläche). Dies gelingt, indem man die in den 70ger Jahren geplante Bebauung inklusive der angrenzenden Streuobstwiese heranzieht und dann die Reduzierung als großen Fortschritt darstellt. Legt man die durchschnittlichen, vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, ermittelten 45 qm (pro Person) zu Grunde, dann ist hier für ca. 400 Personen Wohnraum geplant. Bei dem sonst so gerne angenommenen Vier-Personenhalt (sozialer Wohnungsbau), wäre es Wohnraum für 850 Personen. Somit könnte alleine mit der vorgestellten Lohofbebauung die Einwohnerzahl des Ortes um 15 % steigen.

Der Investor hat sich seit der übernahme des Lohofes auch schon gut eingeführt und was von ihm zu erwarten ist, kann daraus abgelesen werden. Er hat es fertig gebracht eine Abbruchgenehmigung für die Lohofgebäude im Dezember 2014 von der Bauaufsicht des Kreises Soest zu bekommen und dies obwohl die Gemeindeverwaltung ihr Einvernehmen aus Gründen des Denkmal- und Artenschutzes versagt hatte. Gut in Erinnerung sind auch noch seine Darstellungen, dass die Pappeln am Spreitweg seit Jahren keinen Blattaustrieb mehr haben. Die grünen Bäume im Sommer 2015 straften das Lügen. Auch die Darstellung der angeblichen "lebensbedrohenden Verseuchung" des Ziegeltraktes des Wirtschaftsgebäudes sollte ein Gutachten zweifelsfrei belegen. So wurde es vom Investor schriftlich vorgetragen und auch Ratmitglieder sahen das so. Aus dem zugrunde liegende Gutachten ging zweifelsfrei hervor, dass aus umwelthygienischer Sicht alles unbedenklich sei. Wie man dann als Antragsteller zu einer diametral anderen Aussage kommt, ist nicht wirklich fachlich zu begründen.