Pressemitteilung
 
Glaubwürdigkeit des Bürgermeisters gefragt!

Wie im Soester Anzeiger vom 17.02. zu lesen war, gibt es neue Absprachen zwischen Gemeindeverwaltung, Kreis und Investor. Nun wird deutlich, dass man weiter auf die Wünsche des Investors eingehen möchte. Der Vorbesitzerin des Lohofs wurde noch wenige Wochen vor dem Verkauf durch die Gemeindeverwaltung mitgeteilt, dass eine neue Wohnbebauung auf ihrem Grundstück nicht genehmigt werden könne, da laut eines Plans aus den 70er Jahren hier eine „Sonderbaufläche Kurklinik“ ausgewiesen ist. Ein Ratsbeschluss würde zudem festlegen, dass Wohnbebauung nur auf vorher im Eigentum der Gemeinde befindlichen Flächen möglich sei. Für den neuen Investor gelten offenbar andere Regeln oder werden eigens geschaffen.

Den Bürgern in Bad Sassendorf wurde wiederholt öffentlich zugesagt, dass nach Abschluss der Denkmalprüfung durch die Mitarbeiter des Landschaftsverbandes LWL, die Gebäudeteile erhalten bleiben, die als denkmalwürdig eingestuft wurden. Nun sollen angeblich Teile der unter Schutz stehenden Wirtschaftsgebäude stark einsturzgefährdet sein. Als im letzten Frühjahr die Gebäude ausgeräumt wurden, war von akuter Einsturzgefahr keine Rede.

Wenn man nun liest, dass Scheiben und Dachziegel beschädigt seien, wird deutlich, dass der Verfall gewünscht ist, um dann mit Unterstützung der zuständigen Behörden den beabsichtigten Abriss weiterer Gebäudeteile begründen zu können. Bereits vergangenes Jahr versuchte der Investor zusätzlich mittels eines von ihm beauftragten Gutachtens, eine Belastung der Gebäude mit Schadstoffen zu präsentieren. Dummerweise kam dies zu dem Ergebnis, dass die Befunde aus umwelthygienischer Sicht irrelevant seien. Trotzdem fanden sich die Unterlagen zum Denkmalschutz in den Sitzungsvorlagen der Gemeindegremien wieder und einige Ratsmitglieder befürworteten daraufhin tatsächlich den Abriss, obwohl das Gutachten auch ihnen vorlag.

Nachdem der Investor sich nicht an Absprachen gehalten hatte und im letzten Frühjahr großflächig Streuobstwiesen und Gartenteile fräsen und mulchen ließ und damit Tatsachen schuf, konnte ein Artenschutzgutachten nicht vollständig erarbeitet werden und wurde vorzeitig abgebrochen. Damals wurde großes Bedauern seitens des Bürgermeisters und der Verwaltung geäußert, aber man könne halt nichts machen wenn jemand sich an getroffene Absprachen nicht hielte. Nun werden mit derselben Person neue Absprachen getroffen. Alles nur zum Wohle der Gemeinde. Oder steht hier mehr das Wohl eines einflussreichen Investors im Vordergrund?

Es sind noch viele Fragen in Bezug auf Denkmal- und Artenschutz zu klären bevor man hier von einer umfassenden Prüfung und Aufklärung sprechen kann. Diese hatte der Bürgermeister wiederholt öffentlich zugesagt aber bislang nicht eingelöst. Glaubwürdigkeit gewinnt man so nicht.

Der Verlust an Geschichte des Ortes und seines Gesichtes wird hier exemplarisch deutlich. Egal ob ein letztes Stück naturnahen Bereiches zerstört wird in dem planungsrelevante Arten vorkommen oder vorgekommen sind, oder Denkmalschutz, oder was auch immer dem eigentlich im Wege stehen müsste, - auf die Skrupellosigkeit des Investors ist Verlass, wie auch auf die „Willfährigkeit“ der Genehmigungsbehörden.

Falls sich nicht, wie bei der geplanten Bebauung der Streuobstwiese Bürger dagegen engagieren, dass der Lohof wie auch die Fläche zwischen Luisenstrasse und Spreitweg bebaut werden, wird Bad Sassendorf entscheidend an Natur und Gesicht verlieren.