Die Wasserfrage

Die Gemeinde Bad Sassendorf gründete die Gemeindewerke Ende 2011 und im 2012 haben sie auch die Ausschreibung der Trinkwasserkonzession gewonnen.

Initiiert von der Initiative Bürgerwasser sprachen sich 3.600 Bürgerinnen und Bürger beim Bürgerbegehren gegen diesen Plan aus. Die Ratsmitglieder von CDU, BG und FDP beschlossen das Bürgerbegehren für unzulässig zu erklären, um gleich danach den Bürgermeister zu beauftragen den Konzessionsvertrag zu unterschreiben. Die rechtliche Überprüfung dieses Ratsbeschlusses das Bürgerbegehren für unzulässig zu erklären, wurde durch diese Unterschrift verhindert.

Da sich der Unmut großer Teile der Bevölkerung nicht legte, mussten die entsprechenden Parteien andere Lösungen für das Problem finden.

Der Bevölkerung wurde nun vorgestellt, dass die Wasserversorgung Beckum mit dem relativ weichen Wasser der Aabachtalsperre der zukünftige Wasserlieferant der Gemeindewerke sein könnte.

Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat sich in den vergangenen Monaten bei den vier möglichen Wasserlieferanten vor Ort umfänglich informiert.

Dabei wurde deutlich, dass die Wasserversorgung Beckum technisch in der Lage ist Wasser zu liefern. Jedoch scheint das Angebot aus Beckum für die Gemeindewerke so unattraktiv zu sein, dass Beckum wohl nicht Wasserlieferant wird.

Die Wasserversorgung Beckum GmbH erwirtschaftet im übrigen einen Gewinn von ca. 0,10 € pro m³ Wasser bei einem Volumen von 10,5 Mio. m³ Wasser im Jahr. Die Gemeindewerke wollen einen Gewinn von ca. 0,30 € pro m³ Wasser erzielen bei einem Volumen von 0,6 Mio. m³ im Jahr. Im Gegensatz zu Beckum muss Bad Sassendorf noch das Netz kaufen, die Entflechtung zum bisherigen Netz und den Neubau der zukünftigen Hauptversorgungsleitung finanzieren. (Hochbehälter) Es ist zu vermuten, dass bei einer erneuten CDU geführten Mehrheit im Rat, die Situation so dargestellt wird, dass es alternativlos sei und nur Lörmecke oder die Stadtwerke Lippstadt als Wasserlieferant in Frage komme.

Das Lörmecke Wasserwerk ist im übrigen eine 100% tige Tochter des Kreises Soest. Seinen Anteil am Thermalbad hat der Kreis Soest (Beteiligung über die Saline GmbH) an die Gemeinde Bad Sassendorf verkauft. Der Kreis Soest ist damit nicht mehr Gesellschafter des defizitären Unternehmens, profitiert zusätzlich durch den Verkaufserlös in Millionenhöhe und könnte nun auch noch sein Wasser in Bad Sassendorf verkaufen. Aus Sicht des Kreises Soest könnte sich die Situation kaum besser darstellen. Dem Anschein nach spielten das Wohl der Bevölkerung und die Berücksichtigung des Bürgerwillens dabei nicht die entscheidende Rolle.

Die Grünen in Bad Sassendorf halten die von Seiten des CDU Bürgermeisters vorgetragenen Pläne für die Wasserfrage für nicht umsetzbar. Wir Grünen werden uns dafür einsetzen, dass das bisherige Wasser der Stadtwerke Soest auch weiterhin in Bad Sassendorf zur Verfügung steht.